 Foto: ORF Petra Clever hatte als erste Regisseurin das Sagen am Set von "Mitten im 8en". Sie zeichnet für den ersten Block der neuen täglichen ORF-Serie verantwortlich. Nachdem dieser längst "im Kasten" und Clever bereits in der Postproduktion am Werk ist, hat Tina Kriwitz ihren Platz eingenommen. Pro Block arbeitet ein Regisseur / eine Regisseurin rund fünf Wochen: zwei Wochen Vorbereitung, eine Woche Dreh, zwei Wochen Postproduktion. (Quelle ORF)
Am Set ist gerade eine Szene im Gange, in der sich die kabaretterfahrenen Rudle, Schmiedl und Fälbl einen verbalen Schlagabtausch liefern. Beim Zuseher schlägt die österreichische Skepsis zu: Wenn jemand im Fernsehen besonders witzig sein will, muss sich der an deutsche Produktionen gewöhnte Zuschauer auf das Schlimmste gefasst machen. Aber siehe da: Es soll nicht nur gelacht werden, es besteht sogar der Drang danach. Müsste man nicht leise sein - schließlich wird gedreht. Bis Tina Kriwitz, Regisseurin von Folge 6 bis 10, mit norddeutschen Akzent "Stop", ruft und "Ab hier machen wir einen Pick-Up!" Was heißt, genau ab diesem Satz muss die Szene noch einmal gedreht werden. Die "Versuchung" in Form einer schönen Blondine hat ihren Auftritt verpasst. Die Schauspielerin erhält noch Anweisungen, währenddessen ist Schmiedl, Fälbl und Rudle offenbar so fad, dass sie anfangen, Orangen zu essen. Eine Sünde in der Serienproduktion, darf doch in einer laufenden Szene am Set nichts, aber auch gar nichts verändert werden. Plötzlich springt Rudle auf und rennt zur Regieassistentin hinter die Wand der "Bar". "Wo ist meine Jacke?" fragt er. "Hab ich nie gehabt - ohne Jacke gekommen oder was? Brauche ich eine Jacke? Egal, ich geh eh nicht weg," sagt er und setzt sich wieder auf den Barhocker. Mit "ich" meinte Rudle natürlich seine Figur, den Lehrer Walter Steinlechner. Noch ist nicht alles perfekt am Set von "Mitten im Achten". "Hört endlich auf, Orangen zu essen!" ruft die Regisseurin, schon ein wenig ungeduldig. Sie setzt sich wieder ihren Kopfhörer auf, hängt sich wie ein Äffchen über den Regiesessel und schaut auf den Monitor, der die Bilder aus den Kameras zeigt. Cut: Versuchung, die Zweite. (Quelle: Die Presse) |